Kleine Tennis-Regelkunde

Um Unklarheiten zu beseitigen, wie manche alltägliche Tennis-Situationen den Regeln entsprechen, hier einige Erklärungen gemäß den Tennisregeln des DTB:


Beim Aufschlag muss der Spieler solange außerhalb des Spielfeldes stehen, bis der Ball den Schläger verlassen hat.

Nach dem Ballwurf einen Schritt ins Spielfeld treten, bevor der Ball geschlagen wurde, zählt als Übertreten und muss mit Fußfehler geahndet werden! (Übertreten passiert fast jedem, achten Sie mal darauf!)


Beim Aufschlag im Doppel, der außerhalb des Spielfeldes, aber innerhalb der gedachten verlängerten Linie für das Doppelfeld ausgeführt werden muss, darf der Partner des Rückschlägers den Ball vor dem Aufprall nicht berühren (z.B. er wird angeschossen), sonst ist dies ein Fehler der Rückschläger.

Einen offensichtlich ins falsche Feld gehenden Ball darf man also vor der ersten Bodenberührung auch nicht abfangen.


Das Netz darf von den Spielern nicht berührt werden, solange der Ball im Spiel ist. Wem das passiert, der begeht einen Fehler.

Der Ball ist im Spiel, bis er nach Aufprall im gegnerischen Feld ein zweites Mal aufspringt.

Tennisnetz-Höhe: die Oberkante des Netzes in der Platzmitte ist mit 91,4 cm (= 3 engl. Fuß oder 36 Zoll) festgelegt und wird durch einen Netzhalter straff niedergehalten.

Wird für Einzelspiele ein Doppelnetz verwendet, muss das Tennisnetz 91,4 cm von der Außenlinie des Singlefeldes entfernt auf eine Höhe von 1,07m (= 3,5 engl. Fuß oder 42 Zoll) von zwei Netzstützen gestützt werden.

Für Doppelspiele muss der Tennispfosten auf beiden Seiten jeweils 91,4cm außerhalb des Doppelspielfeldes liegen.

Wird für Einzelspiele ein Einzelnetz verwendet, muss die Mitte der Tennispfosten auf jeder Seite 91,4cm außerhalb des Einzelspielfeldes liegen.

Die traditionelle Methode "Gesamthöhe Schläger + Breite Schlägerkopf" ist unrichtig, weil ein moderner Schläger ca. 70 cm lang und der Schlägerkopf meist 27 – 28 cm breit ist (dies wären 97-98 cm, also etwa 6 cm zu viel)


Den Ball zu schlagen, bevor er das Netz überquert hat, ist nicht erlaubt (sprich: mit dem Schläger "übergreifen"). Einzige Ausnahme: wenn der Ball durch viel Spin nach dem Aufsprung wieder ins gegnerische Feld zurückspringt, darf man übers Netz schlagen und den Ball ‚drüben’ – allerdings ohne das Netz zu berühren - noch vor dem Aufspringen schlagen.

Nach einem Schlag darf der Schläger allerdings über das Netz ausschwingen, in keinem Fall dürfen das Netz oder seine Stützen berührt werden.


Bei Spielen ohne Schiedsrichter kann der Spieler einen (vermuteten) Outball annehmen, er darf aber danach kein zweites Mal retournieren - er muss das Spiel unterbrechen. Der Ball gilt sonst als ‚überspielt’ und kann nicht mehr korrigiert werden. Stellt sich nachträglich heraus, dass der Ball doch ‚gut’ war, hat der Unterbrecher den Fehler verursacht.

Bei Spielen mit Schiedsrichtern trifft dieser bzw. der Linienrichter die Entscheidung ob der Ball ‚IN’ oder ‚OUT’ war.


Ein hinter der Linie angenommener Ball, der noch nicht im eigenen Feld Bodenkontakt hatte, ist noch im Spiel. Fängt der Spieler den Ball oder wird er angeschossen, wird nicht korrekt retourniert und dadurch ein Fehler verursacht.

Der Ball kann hinter der Linie natürlich auch volley zurück gespielt werden und bleibt dabei im Spiel.


Nur mit dem Schläger darf der Ball ins gegnerische Feld befördert werden, auch wenn es mit dem Rahmen oder Griff erfolgt. Die Hand zählt dabei bis zum Handgelenk zum Schläger.

Wenn man also vom Gegner angeschossen wird und der Ball springt von einem Körperteil (Arm, Fuß, Kopf, Brust) zurück ins gegnerische Feld, hat man unkorrekt retourniert und den Fehler verursacht.


Den Schläger darf der Ball auch mehrmals berühren, wenn dies in  e i n e r  Schlagbewegung passiert.

Ein ‚Nachfassen’ auf einen schlecht getroffenen Ball zählt natürlich nicht!


Nach einem Tie-Break beginnt jener Spieler mit dem nächsten Satz, der beim ersten Aufschlag des Tie-Breaks Rückschläger war.

Im Doppel kann sich die beginnende Mannschaft aussuchen, welcher der beiden Spieler den neuen Satz beginnt. Die Reihenfolge des vorangegangenen Satzes muss nicht beibehalten werden.


Die Linien gehören in ihrer vollen Breite zum Spielfeld.

Linienbälle sind demnach in, auch wenn ein Abdruck im Sand erkennen lässt, dass der Ball die Linie nur ‚angekratzt’ hat – ein mögliches Konfliktthema auf Hartplatz oder Gras.


Einen Ball neben dem Netzpfosten ins gegnerische Feld zu schlagen, auch wenn er dabei die Höhe des Netzes nicht erreicht, ist erlaubt. Es entspricht auch den Regeln, wenn der Ball vom Netzpfosten, der ja außerhalb des Spielfeldes steht, ins Spielfeld zurückspringt.

Beides kann vorkommen, wenn man weit aus dem Platz gedrängt einen Ball retourniert.


Der Ball darf einen Durchmesser von 6,35 – 6,67 cm haben und muss diverse komplizierte Aufsprungkriterien erfüllen.